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Die Gemeinde Guhrow ist ein aktives Dorf, Jung und Alt sind einbezogen, in sportliche und traditionelle Vereine, bei kommunalen, gesellschaftlichen und gemeinnützigen Tätigkeiten. Es ist eine große Resonanz an Hilfsbereitschaft vorhanden. So ist u. a. als gemeinnützige Tätigkeit die Pflege der Grabstätte der 2 bekannten und des einen unbekannten Soldaten, die noch Ende des 2. Weltkrieges, unweit von Guhrow, ihr Leben lassen mussten, zu nennen.
Die Pflege dieser Grabstätte wird seit Kriegsende 1945 gewissenhaft ausgeführt. Im Laufe der Jahre wechselten die Pfleger. Meist war Alter und gesundheitliche Gründe der Grund für Übernahme der Pflege durch Andere. Auch Familie Schneider musste aus diesem Grund nach mehreren Jahren 2014 diese Tätigkeit aufgeben. Aber wie gesagt, in Guhrow wird mitgedacht und so übernahm die Sektion Seniorensportlerinnen des SV 1912 Guhrow die Pflege und investieren viel Mühe.
Wie das Leben so spielt, wurde ich im Juni 2019 beim Pflegen des Grabes von einem netten Mann angesprochen. Es stellte sich heraus, dass Herr Michael Kainzbauer der Neffe des gefallen Soldaten Josef Kainzbauer ist. Herr Kainzbauer hatte den Auftrag von seinem Vater, beim Besuch des Burger Spreewalds, dass Grab seines Onkels zu suchen und in Erinnerung Blumen zu hinterlegen. Es wurde ein interessantes Gespräch, wobei von beiden Seiten über das aktive Leben in den Gemeinden berichtet wurde.
Herr Kainzbauer war sehr angetan von dem Engagement der Guhrower und freute sich über die gute Pflege dieser Grabstätte und sprach uns seinen Dank und Anerkennung aus.
Für uns Guhrower ist es eine Ehrensache, und wir werden diese Pflege auch weiter fortsetzen. Herr Kainzbauer hat über unser Zusammentreffen seinem Vater (Bruder des 18jährigen Josef), von unserem Gespräch berichtet. Der Vater war sehr gerührt.  Gleichzeitig konnte Herr Kainzbauer Senior zwei Fotos ausfindig machen, mit dem Bild der Grabstätte, als es noch 3 Einzelgräber waren, aus den 50ern, und ein Bild seines gefallenen Bruders.
Herr Kainzbauer möchte, dass wir in Verbindung bleiben, da sich im Jahr 2020 das Todesdatum seines Onkels zum 75. Mal jährt. Nach diesem Kennenlernen und dem Gespräch war ich von dem damaligen schrecklichen Geschehen sehr frustriert und hatte nur einen Gedanken und Wunsch, dass wir auch in Zukunft in Frieden leben.
Guhrow Okt2019  Inge Liebscher,
GrabJosef Kainzbauer1954AllerHeiligenJosef KainzbauerGuhrowSoldatengrab2018

Ergänzung zum geschichtlichen Hintergrund
Am 15.Februar 1945 wurde Cottbus durch einen großen Bombenangriff sehr zerstört. 
Besonders der Bahnhof war das Hauptziel der Alliierten Bomber.
Beim Angriff wurde auch ein Lazarettzug mit verwundeten deutschen Soldaten getroffen.
Um die getöteten Soldaten schnellstmöglich bestatten zu können, hat man die Dörfer um
Cottbus  beauflagt, tote Soldaten auf ihren Friedhöfen zu bestatten.
Diese Beauflagung war dann auch für die Gemeinde Guhrow eine Pflichtaufgabe.
Uli Beley, Friedbert Schuster 12.Nov.2019

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